Tropfen auf einem abweisenden Möbelstoff, sodass die Flüssigkeit nicht einzieht
Flüssigkeitstropfen auf Möbelstoff, © TFI/RWTH Aachen

Pilz-Protein schützt Polster vor Verschmutzung

Die Situation

Polster von Sesseln und Stühlen verschmutzen mit der Zeit. Anders als glatte Oberflächen oder Stoffe, die man in der Waschmaschine reinigen kann, lassen sich Polster aber nur schwer säubern. Um Verschmutzungen zu reduzieren, werden Polster daher bislang mit schmutzabweisenden Ausrüstungen ausgestattet, bei denen üblicherweise Fluorcarbonverbindungen zum Einsatz kommen, insbesondere Perfluoroctansäure (PFOA). Die Europäische Union stuft PFOA heute aber als problematische Verbindung ein und hat den Einsatz stark beschränkt.

Das Projekt

Am TFI-Institut für Bodensysteme der RWTH Aachen wurde deshalb eine alternative schmutzabweisende Beschichtung entwickelt und genauer untersucht. Dabei handelt es sich um sogenannte Hydrophobine – eine Klasse von stark oberflächenaktiven Proteinen, die auf natürlichem Wege von Pilzen gebildet werden. Die daraus hergestellten Schichten sind schmutz- und wasserabweisend. In dem Projekt wurden die Hydrophobine chemisch und molekularbiologisch verändert, damit sie sich auf textilen Oberflächen fest verankern.

Im Einzelnen haben die Forscher Rezepturen für den Sprüh- und Schaumauftrag entwickelt. Anschließend wurden ausgewählte Möbelstoffe beschichtet und mit Fleckentests daraufhin untersucht, wie gut sie Schmutz abweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Stärke der Verschmutzung dabei nicht allein von der Hydrophobierung, sondern auch vom Aufbau, Material und der Farbigkeit des Möbelstoffs beeinflusst wird.

Der Nutzen für den Mittelstand

Die Ausrüstung auf Basis von Hydrophobinformulierungen bietet ein deutliches Potential zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit für kleine und mittlere Unternehmen, da der Einsatz von biobasierten, abbaubaren und erneuerbaren Ausrüstungen einen großen Vorteil gegenüber dem Einsatz der wenig nachhaltigen und ohnehin nur noch eingeschränkt verwendbaren Fluorcarbone darstellt.

Ansprechpartner

Karolina Jaksik
k.jaksik@tfi-aachen.de
+49 241 967 9135

Fördergeber

Finanzielle Förderung über das Forschungskuratorium Textil als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF) aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms zur Förderung der "Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)" 19649 BG.